Vernickeln

Auftragen von Nickelüberzügen auf Metallgegenstände mit galvanischen oder außenstromlosen Verfahren oder durch Plattieren und Spritzen. Nickelschichten schützen vor Korrosion, erfüllen dekorative Zwecke und werden als Zwischenschicht beim Verchromen verwendet.

Das galvanische Vernickeln erfolgt durch Elektrolyse von Nickelsalzlösungen im sauren Medium. Verwendet werden dabei Nickelanoden und Bäder mit verschiedenen Zusammensetzungen:

Sulfatelektrolyte (Watts-Nickelelektrolyte) enthalten hauptsächlich Nickelsulfat

NiSO4 · 7 H2O, daneben noch Nickelchlorid NiCl2 · 6 H2O (als Leitsalz), Borsäure H3BO3 (als Puffer), Porenverhütungsmittel und Glanzzusätze. Der pH-Wert liegt

bei 3 - 4, die Temperatur bei 40 -70 °C und die Stromdichte beträgt 3 – 10 A/dm².

● Sulfamatelektrolyte bestehen großenteils aus Nickelsulfamat Ni(NH2SO3)2 · 4 H2O. Daneben können sie noch Nickelchlorid, Borsäure, sowie Härte- und Glanzzusätze enthalten (Temperatur: 30 -50 °C; pH-Wert: 3 – 4; Stromdichte: bis zu 50 A/dm²).

● in den Fluoroboratelektrolyten liegen Nickelfluoroborat Ni(BF4)2, Fluoroborsäure HBF4 und Borsäure vor.

● Chloridelektrolyte können außer NiCl2 · 6 H2O und H3BO3 noch NiSO4 · 7 H2O enthalten.

Beim außenstromlosen Vernickeln werden Nickel(II)salzlösungen auf chemischem Weg reduziert (mit Natriumhypophosphit oder Natriumboranat). Die gewonnenen Nickelschichten enthalten noch Phosphor bzw. Bor und bilden im Gegensatz zum galvanischen Verfahren auch in Vertiefungen des Untergrunds noch eine gleichmäßige Schicht.