Verkupfern

Überziehen von Metallteilen mit einer Kupferschicht. Kupferauflagen werden für dekorative Zwecke, zum Aufbau von gedruckten Schaltungen und als Zwischenschicht vor dem Verchromen und Vernickeln eingesetzt. Verkupfert wird meist auf galvanischem oder außenstromlosen Weg, seltener durch Spritzen oder Plattieren. Zur galvanischen Kupferabscheidung werden verschiedene saure oder alkalische Elektrolyte verwendet, die Anode besteht aus Elektrolysekupfer:

● schwefelsaure Kupferelektrolyte enthalten in der Regel Kupfersulfat CuSO4 · 5 H2O, Schwefelsäure und Chlorid, gegebenenfalls auch Glanzzusätze. Das Verfahren läuft ab bei Raumtemperatur, die Stromdichte beträgt 1-20 A/dm².

● in den stark sauren Fluoroboratelektrolyten können neben Kupferfluoroborat Cu(BF4)2 noch geringe Mengen Kupfersulfat sowie Glanzbildner vorliegen. Die Betriebstemperatur beträgt 25 bis 45 °C, die Stromdichte 5 bis 40 A/dm².

● alkalische, cyanidhaltige Elektrolyte bestehen aus Kupfer(I)komplexen (z.B. Na3[Cu(CN)4]), freiem Cyanid (NaCN bzw. KCN) und Natrium- bzw. Kaliumhydroxid. Oft sind auch noch Carbonate, Sulfite und Netzmittel enthalten. Die Arbeitstemperatur liegt bei 20 bis 30 °C, die Stromdichte bei 0,5 A/dm².

● Seignettesalz-Elektrolyte enthalten noch Kaliumnatriumtartrat als zusätzlichen Komplexbildner für die Kupferionen. Die Betriebstemperatur beträgt 45 bis 70 °C, die Stromdichte 2 bis 4 A/dm².

● glänzende Kupferschichten lassen sich durch Zugabe von Glanzzusätzen herstellen: Glanzkupferelektrolyte.

● weitere alkalische Kupferbäder sind die Kupferpyrophosphat-Elektrolyte. Einsatzgebiet: Durchkontaktierung von Leiterplatten.

Beim außenstromlosen Verfahren können Kupferüberzüge aus Kupfersalzlösungen durch Ionenaustausch oder mit Reduktionsmitteln wie Formaldehyd hergestellt werden.

sieheaußenstromlose Metallabscheidung