Lackversorgung

Bei den lackzerstäubenden Verfahren ist es die Aufgabe der Lackversorgung, eine kontinuierliche Lackzufuhr zum Zerstäubungsaggregat sicherzustellen. Die Auswahl eines geeigneten Lackversorgungssystems muss sich vor allem nach dem Lackierverfahren, dem Lackverbrauch und der Anzahl der Farbwechsel richten. Bei einem geringen Lackverbrauch und bei häufigem Farbwechsel werden Fließbecher- und Saugbecher-Lackierpistolen eingesetzt, bei denen das Vorratsgefäß direkt an der Lackierpistole angebracht und manuell mit Lack befüllt wird. Der Lacktransport erfolgt durch den infolge der Luftströmung entstehenden Unterdruck in der Lackierpistole. Bei höheren Lackverbräuchen werden Lackdruckbehälter eingesetzt, in denen zum Lacktransport ein regelbarer Überdruck erzeugt wird. Bei größeren Lackdruckbehältern, bei einem Lackverbrauch von etwa 100 kg/Tag, wird eine Lackumlaufanlage verwendet. Hierbei wird das Lackmaterial kontinuierlich mit einer Förderpumpe aus einem Lackbehälter über ein Ringleitungssystem zum Verbraucher und wieder zurück transportiert. Der Vorlauf-, Stichleitungs- und Rücklaufdruck wird über Manometer gesteuert. Buntmetalle sind bei der Anlagenfertigung nicht einzusetzen. Beim Spritzen von wasserverdünnbaren Lacken müssen die mit dem Lack in Berührung kommenden Anlagenteile aus Edelstahl sein. Die Kessel sind mit Rührwerken auszustatten, um Entmischungen von Lackmaterialien zu vermeiden. Im Versorgungskessel erfolgt die Einstellung des Lackmaterials, welches dann den absinkenden Lackstand im Umlaufkessel nachversorgt. Als Umlaufpumpen werden meist Kolbenpumpen (auch Membranpumpen) eingesetzt, welche den Einsatz von Pulsationsdämpfern erfordern. Der Lackdruck in der Umlaufleitung und in den Stichleitungen ist über Druckregler einstellbar. Um einen hohen Anlieferungszustand des Lackmaterials an der Lackierpistole sicherzustellen, werden je nach Anwendungsfall Filtrationssysteme in mehreren Stufen zwischengeschaltet.