Glanzzusatz

ist ein Zusatzstoff, der in der Galvanotechnik dem Elektrolyten zugegeben wird, um bei der Metallabscheidung eine glänzende Schicht zu erzielen. Glanzzusätze werden besonders beim Vernickeln eingesetzt. Die hier verwendeten organischen Substanzen werden an der Kathode adsorbiert und erhöhen dadurch deren Abscheidungspotential (Glanz). Die Abscheidung wird auf diese Weise erschwert und es kommt zu einer vermehrten Keimbildung, so dass sich ein feinkristalliner, glänzender Nickelniederschlag ergibt. Man unterscheidet zwei Stoffgruppen, die die Abscheidung auf unterschiedliche Weise beeinflussen:

● Glanzträger (Glanzzusätze erster Klasse , primäre Glanzzusätze) sind z.B. Benzol-, Naphthalin- und Alkylsulfonsäuren, Sulfonamide und -imide. Sie erhöhen das Kathodenpotential nur geringfügig und erzeugen nur halbglänzende Niederschläge. Sie sind aber noch hinreichend duktil.

● als Glanzbildner (Glanzzusätze zweiter Klasse, sekundäre Glanzzusätze) werden Cumarin, Butindiol u.a. verwendet. Sie bewirken eine deutliche Erhöhung des Kathodenpotentials und eine Abscheidung von glänzenden Nickelschichten. Da die mit Glanzbildnern allein erhaltenen Überzüge jedoch spröde sind und außerdem nur in einem engen Stromdichtebereich Glanz aufweisen, ist in der Regel der Zusatz von Glanzträgern erforderlich. Elektrolyte zum Verkupfern können als Glanzträger Polyethylenglykolderivate und ähnlich gebaute Verbindungen enthalten. Als Glanzbildner dienen schwefelhaltige organische Verbindungen, die sehr oberflächenaffin sind.