Glanzmessung von Lackfilmen

Das Glanzvermögen einer Lackfilmoberfläche wird überwiegend durch die räumliche Verteilung des reflektierten Lichts bestimmt. Völlig matte, im Mikrobereich stark strukturierte Lackfilmoberflächen, streuen das einfallende Licht in den ganzen über ihr befindlichen Halbraum. Bei hochglänzenden, im Mikrobereich nicht strukturierten Oberflächen, wird das Licht hingegen wie in einem Spiegel reflektiert. Außer diesen Reflexionsverhältnissen sind bei pigmentierten Lackfilmen vor allem im matten Bereich auch diffuse Lichtstreuungen an den Pigmenten zu beachten. Dunkle Lackfilme, in denen sich wegen der Lichtabsorption die Pigmentstreuung verringert, werden somit häufig glänzender als helle Lackfilme bewertet. Bei der Glanzmessung spielt der Beobachtungswinkel eine entscheidende Rolle, da das Glanzvermögen einer Lackfilmoberfläche vom Anteil des gerichtet reflektierten Lichts abhängt. Mit den willkürlich gewählten Einstrahlungswinkeln von 20°, 60° und 85° lässt sich der bei Lacken vorkommende Glanzbereich erfassen. Für metallpigmentierte und lumineszierende Beschichtungen eignet sich das Verfahren nicht. Dazu können z.B. Goniophotometer zur Messung der Winkelverteilung des reflektierten Lichts verwendet werden.