Gitterschnitt

Beim Gitterschnitt handelt es sich um eine empirische Prüfung zur Beurteilung der Haftung. Sie kann sowohl als ja/nein-Prüfung oder, wenn entsprechende Umstände gegeben sind, als Einstufungsprüfung mit 6 Stufen angewendet werden. Die Prüfung lässt sich an fertigen Gegenständen oder eigens hergestellten Proben durchführen. Bei der Gitterschnittprüfung werden auf ein lackiertes Substrat sechs parallele Schnitte bis auf den Untergrund aufgebracht. Diese werden anschließend durch sechs im rechten Winkel dazu angelegte Schnitte gekreuzt. Der Abstand der Schnitte muss in jede Richtung gleich sein und richtet sich nach der Schichtdicke der Beschichtung und der Art des Untergrundes.

 

Tabelle: Schnittabstand für unterschiedliche Schichtdicken (nach EN ISO 2409)

Schichtdicke

Abstand der Schnitte

0 bis 60 µm

1 mm für harte Untergründe

0 bis 60 µm

2 mm für weiche Untergründe

61 bis 120 µm

2 mm für harte und weiche Untergründe

61 bis 120 µm

3 mm für harte und weiche Untergründe

Das Prüfverfahren ist für Schichtdicken größer als 250 µm und für Strukturbeschichtungen nicht geeignet. Die Schnitte können manuell, mit einem Einschneidgerät (20° bis 30° Schneidenwinkel) und Schablone oder mit einem Mehrschneidengerät mit sechs Schneiden mit 1 mm oder 2 mm Abstand durchgeführt werden. Ebenfalls möglich ist die Gitterschnittprüfung mit einem Mehrschneidengerät mit motorischem Antrieb. Nach dem Aufbringen der Schnitte wird ein transparentes Selbstklebeband von 25 mm Breite und einer Klebkraft von (10 ± 1) N je 25 mm Breite auf den Gitterschnitt aufgeklebt und innerhalb von 5 Minuten in einem Winkel von 60° abgezogen.

Anschließend wird der Gitterschnitt mit den Referenzbildern aus der Norm verglichen und beurteilt. Die Gitterschnittwerte sind unterteilt in sechs Kategorien, wobei Null einer vollständigen Haftung und Fünf einem fast vollständigem (>70 %) Abplatzen der Beschichtung entspricht.