Elektrostatisches Pulversprühen

weitaus die meisten elektrostatischen Pulverbeschichtungsanlagen arbeiten nach dem EPS-Verfahren in Verbindung mit den als Pulverlacke bezeichneten duroplastischen Beschichtungspulvern. Damit werden hochbeanspruchbare, dekorative Beschichtungen mit typischen Schichtdicken von 40–120 µm erzeugt (auf Metallmöbeln, Regalen, Fassaden, Deckenelementen, Lampengehäusen, Radiatoren, Haushaltsgeräten, Automobil- und Maschinenteilen. Das EPS-Verfahren stellt dabei eine wirtschaftliche und sehr umweltfreundliche Alternative zum Nasslackierverfahren dar. Beim EPS-Verfahren wird das mit Druckluft fluidisierte Pulver mittels spezieller Pulversprühpistolen elektrisch aufgeladen und als homogene Pulverwolke auf die geerdeten Werkstücke gesprüht. Die Abscheidung und das Anhaften der Pulverteilchen erfolgt durch Coulombsche Anziehungskräfte. Aufgrund ihres hohen spezifischen elektrischen Widerstands behalten die anhaftenden Teilchen ihre Ladung lange bei, sodass sie beim Transport der Werkstücke zum Ofen nicht abfallen. Das an den Werkstücken vorbeigesprühte Pulver wird in der Regel mittels eines Filter- oder Zyklonsystems nahezu vollständig zurückgewonnen und dem Prozess wieder zugeführt.

Ein Mehrfarbenbetrieb ist jedoch nur dann möglich, wenn bei jedem Farbwechsel sämtliche mit Beschichtungspulver in Berührung kommenden Anlagenteile gereinigt/ausgetauscht werden. Bereits geringste Restmengen von anderen Pulverlacken sind im Lackfilm erkennbar.

Beim elektrostatischen Pulversprühen werden zwei Mechanismen zur elektrostatischen Aufladung der Pulverpartikel unterschieden:

Corona-Aufladung:

Durch Corona-Entladung an Elektrodenspitzen werden Luftionen erzeugt, die sich an den Pulverpartikeln anlagern.

Tribo-Aufladung:

Durch Reibung der Pulverpartikel an einem Nichtleiter (Nichtleiter mit Elektronegativitätsdifferenz zum Pulver).