FreiLacke Systemlack Forum 2025: Zukunftsthemen der Lackiertechnik

FreiLacke Systemlackforum 2025 Impressionen

Manchmal macht bei Veranstaltungen schon das Vorfahren am Hotel Vergnügen. Wie zum Beispiel wenn man beim Hotel Bell Rock, das zum Europa-Park Rust gehört, anreist. Eine weitläufige Auffahrt leitet den Ankömmling zu einem beachtlichen, auf sechs Säulen stehenden Empfangstor, dem sich durchaus monumentaler Charakter bescheinigen lässt. Im Innern öffnet sich ein großzügiges Foyer mit einer Mischung aus antiken Gestaltungselementen und modernen Accessoires – sogar nach einem langen Tag sorgt das Ambiente beim Einchecken für eine gehobene Stimmung. Bis in jede Ecke des Hotels wurde das Thema „klassisches Segelschiff“ konsequent umgesetzt. Der Vortragsteil des FreiLacke Systemlack Forums 2025 fand in dem Hotel Santa Isabel statt - hier sorgten detailverliebt umgesetzte italienische Stilelemente für ein belebendes Ambiente. Obwohl viele der Teilnehmer routinierte und viel gereiste Tagungsteilnehmer waren, zeigte sich während der Veranstaltung eine begeisterte Resonanz zu dem Veranstaltungsort. So kam unter anderem die Rückmeldung, dass ein so außergewöhnlicher Ort Distanz zum Alltag schafft, so die Offenheit fördert und damit die Produktivität einer solchen Veranstaltung unterstützt.

Aber nicht nur der Tagungsort erwies sich als gut gewählt, auch die Themen, Referenten und nicht zuletzt die Moderation machten das Zuhören regelrecht zu einem Vergnügen, obwohl das FreiLacke Systemlack Forum 2025 an den zwei Tagen im Europa-Park Rust eine bemerkenswerte thematische Dichte zusammenbrachte. 

Relevante Themenfelder im Überblick

Der Saal mit einer Kapazität von rund 140 Plätzen war nahezu vollständig besetzt, wobei der Anteil der Anwenderunternehmen als hoch einzuschätzen ist. Bereits die ersten Vorträge machten deutlich, dass die industrielle Oberflächentechnik sich in einem Spannungsfeld aus technologischen, regulatorischen und strukturellen Veränderungen befindet. Neben der zunehmenden Bedeutung von digitalen Assistenzsystemen und KI spielten Energieeffizienz, nachhaltige Anlagenplanung, Prozessstabilität, Qualitätsmanagement, Materialfreigaben, Lieferkettensteuerung und die Sicherung erfahrungsbasierter Kompetenzen eine zentrale Rolle. Mehrere Referenten betonten, dass diese Themen heute nicht isoliert betrachtet werden können, da sie sich in betrieblichen Abläufen gegenseitig beeinflussen. Die Entwicklung neuer Anlagen erfordert gut ausgebildete Fachkräfte und die Digitalisierung eine umfangreiche Datenbasis. Beides stellt für die meisten Betriebe – konstruktiv formuliert - eine zunehmende Herausforderung dar. Hinzu kommt, dass in wachsendem Umfang regulatorische Änderungen unmittelbar auf Materialentscheidungen und Prozessfenster wirken und dazu zwingen, etablierte und bewährte Prozesse zu verändern.

KI und Digitalisierung als neue Werkzeuge im Beschichtungsbetrieb

Der Themenblock zur Digitalisierung verdeutlichte, dass Künstliche Intelligenz längst nicht mehr als abstrakte Vision, sondern als praktisches Werkzeug im Betrieb ankommt. Den analytischen Auftakt setzte Christian Seifert, der den Teilnehmenden eine systematische Übersicht über unterschiedliche Nutzungsformen von KI gab. Er argumentierte, dass Unternehmen heute präzise entscheiden müssen, ob sie KI als externes Tool zur Unterstützung einzelner Arbeitsschritte oder als integralen Bestandteil der eigenen Unternehmensprozesse einsetzen möchten. Dabei verwies er auf die schnelle technische Entwicklung der Systeme: „Die Fähigkeiten werden sich exponentiell weiterentwickeln“, so Seifert. Für die Praxis bedeutet das eine kontinuierliche Beobachtung der technologischen Möglichkeiten sowie eine Anpassung der eigenen Daten- und Prozessarchitekturen.

Wie KI im Beschichtungsumfeld bereits eingesetzt wird, zeigten anschließend Thomas Dyroff und Joschka Seithel anhand konkreter Beispiele. Ein KI-basierter Telefonagent, der selbstständig zwischen Lieferstatusanfragen, Reklamationen und technischen Rückfragen unterscheiden kann, wurde in seiner Funktionsweise detailliert erläutert. Der vorgestellte Prozess verdeutlichte, dass solche Systeme nicht nur erkennen, worum es in einem Anruf geht, sondern auch die erforderlichen Pflichtfelder für eine vollständige Reklamationsanlage strukturiert abfragen. Diese Informationen werden anschließend automatisiert über ein Workflow-System weiterverarbeitet. Dort entstehen vollständige Reklamationsakten inklusive SharePoint-Ablagen und Teams-Benachrichtigungen. Ergänzt wurde dieser Prozess durch eine private KI-Wissensdatenbank, die es Anwendern erlaubt, Informationen aus technischen Datenblättern, Sicherheitsdatenblättern und anderen Dokumenten in wenigen Sekunden präzise abzurufen. Diese Beispiele zeigten, wie stark die Digitalisierung inzwischen in operative Abläufe eingreifen kann und wie sehr sie bei wachsender Dokumentationslast zur Entlastung beiträgt.

Markus Vüllers nahm die KI-Diskussion auf und rückte sie in einen betrieblichen Gesamtzusammenhang. Er betonte, dass Beschichtungsprozesse weiterhin von einer Vielzahl nicht-digitaler Faktoren abhängen. Dazu gehören Pulvereigenschaften, Erdung, Luftfeuchtigkeit, Anlagenzustand, Bedienverhalten und Führungskultur. Sein Hinweis, dass KI nur dann sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn diese Grundlagen stabil und bekannt sind, war ein wichtiger Beitrag zu den zuvor präsentierten Möglichkeiten. Vüllers sprach sich dafür aus, Digitalisierung nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung erfahrungsbasierter Kompetenzen zu betrachten und machte deutlich, dass der Einsatz von KI und Digitalisierung stets in Abhängigkeit von Prozessverständnis, Schulung und kontinuierlicher Beobachtung erfolgen sollte.

Energieeffizienz und nachhaltige Anlagenplanung im praktischen Einsatz

Ein zweiter großer Themenkomplex widmete sich der Frage, wie Lackieranlagen heute geplant, saniert oder neu aufgebaut werden müssen, um steigenden Energiepreisen und Klimaschutzanforderungen gerecht zu werden. Besonders anschaulich wurde dies am Beispiel des Großfahrzeuglackierers OTT, der an seinem Standort in Öpfingen sehr Vieles, was die aktuelle Anlagentechnik diesbezüglich bietet, umgesetzt hat. Oliver Trowitzsch erläuterte detailliert, wie das Energiekonzept der Anlage aufgebaut ist und welche technischen Entscheidungen hinter dem Projekt stehen. Die Kombination aus einem Blockheizkraftwerk mit hohem Gesamtwirkungsgrad, einer groß dimensionierten Photovoltaikanlage und einer umfassenden Wärmerückgewinnung zeigt, dass heute multiple Energiequellen miteinander verknüpft werden müssen, um ökonomisch tragfähige Lösungen zu erreichen. Die Darstellung der Druckluftanlage, deren Abwärme systematisch genutzt wird, und der Vakuumverdampferanlage, die den Frischwasserverbrauch erheblich reduziert, unterstricht, dass moderne Anlagentechnik weit über die reine Lackierkabine hinausreicht. Besonders klar wurde dies, als Trowitzsch darauf hinwies, dass Energieeffizienz nur gelingt, wenn Abläufe, Materialflüsse und Anlagensteuerung aufeinander abgestimmt sind.

Noch stärker in die planerische Tiefe ging der Vortrag von LCS in Kooperation mit der Lindner Group. Die dort vorgestellte Pulveranlage wurde bereits Jahre vor der Inbetriebnahme mithilfe eines digitalen Zwillings simuliert. Energie- und Stoffströme, Klimabedingungen, Brennstoffvarianten und Hallentechnik wurden in die Simulation integriert, um Betriebskosten und Prozessstabilität frühzeitig bewerten zu können. Die Tatsache, dass sich in den Modellen ein erheblicher Einfluss des Traversengewichts auf den Energieverbrauch der Öfen zeigte und daraufhin eine konstruktive Anpassung vorgenommen wurde, demonstrierte, wie konkret Life-Cycle-Modelle heute auf technische Entscheidungen wirken. Die Aussage eines Projektbeteiligten, dass „die OPEX die KAPEX übersteigen werden“, die laufenden Betriebs- und Energiekosten einer Lackieranlage also über deren gesamte Lebensdauer hinweg deutlich höher ausfallen als die einmaligen Investitionskosten, sodass heute vor allem die Optimierung der OPEX über die wirtschaftliche Tragfähigkeit entscheidet, führte eindrücklich vor Augen, warum solche Modelle und Betrachtungen längst wirtschaftlich relevant geworden sind.

Regulatorik und Qualitätsprozesse unter veränderten Rahmenbedingungen

In einem weiteren Vortrag wurde die zunehmende regulatorische Komplexität im Bereich der Beschichtungsstoffe und -prozesse thematisiert. Stihl gab einen tiefen Einblick in den Umgang mit nationalen und europäischen Vorgaben wie REACH, CLP, POP oder Biozidrecht. Besonders praxisrelevant war die Darstellung eines durch regulative Veränderungen notwendig gewordenen Substitutionsprozesses für einen bewährten Pulverlack. Dabei ging der Referent auf die Aspekte der Lackentwicklung von der Bereitstellung erster Muster bis zur endgültigen Freigabe ein, ein Prozess, der mehrere Monate dauerte. Insbesondere die Prüfungen zu Haftfestigkeit, Korrosionsverhalten, UV-Stabilität und Chemikalienbeständigkeit waren zeitintensiv und für die Anwendung bei Kettensägen absolut entscheidend. Deutlich wurde außerdem, dass Materialänderungen in aller Regel signifikante Auswirkungen auf bestehende Produktionsprozesse haben. Die präsentierten Erfahrungen verdeutlichten, dass erfolgreiches Qualitätsmanagement heute unter anderem stark davon abhängt, regulatorische Änderungen frühzeitig in Prozesse zu übersetzen.

Einen ebenfalls praxisnahen und gleichzeitig übergeordneten Blick auf Qualitätssicherung bot der Vortrag von Wacker Neuson. Das dort vorgestellte „Approved Applicator Audit“ dient dazu, die Prozesse externer Beschichtungsdienstleister systematisch zu bewerten und weiterzuentwickeln. Die gezeigten Schadensbilder machten nachvollziehbar, dass Fehler häufig nicht auf einzelne Prozessschritte zurückzuführen sind, sondern mitunter auf große Lücken im Bereich des Grundlagenwissens und der Intuition, was die Qualität von Beschichtungsprozessen geradezu zwangsläufig in erheblichem Maße beeinträchtigen kann. Auch wenn die plakativen, aber keinesfalls erfundenen Beispiele erfahrene Außendienstler und Anwender durchaus zum Schmunzeln anregten, wurde die Botschaft klar verstanden: nur weil jemand behauptet, er würde einen zuverlässigen Prozess fahren, sollte man das nicht einfach glauben, insbesondere dann nicht, wenn es zu regelmäßigen Qualitätsproblemen kommt.

Automatisierung im Vor- und Nachbeschichtungsprozess

Einen technisch anspruchsvollen Einblick bot der Vortrag von Ulrich Siemers, der die Integration von Vor- und Nachbeschichtungsrobotern in bestehende Kabinen aus Sicht der Maschinenrichtlinie, der ATEX-Vorgaben und der Herstellerpflichten erläuterte. Besonders relevant war die Unterscheidung zwischen Integration und wesentlicher Veränderung. Siemers zeigte, dass bereits kleinere Eingriffe in Sicherheitssteuerungen oder Absaugtechnik dazu führen können, dass der Betreiber einer Anlage rechtlich zum Hersteller wird und die vollständige Verantwortung für die Konformitätsbewertung trägt. Das bleibt so lange ohne negative juristische Auswirkungen, solange es zu keinerlei Vorfällen kommen, die eine offizielle Untersuchung auslösen. Die Einordnung der Explosionsschutzbereiche nach VDMA 24394 und die Frage, welche Teile eines Roboters mit welchen Gerätekategorien eingesetzt werden dürfen, verdeutlichten, dass Automatisierung in der Beschichtung nicht allein eine technische, sondern auch eine rechtlich komplexe Aufgabe ist.

Fachkräftemangel, Wissenstransfer und Unternehmensentwicklung

Ein wesentlicher Schwerpunkt im Vortrag von Markus Vüllers war der Umgang mit einer Entwicklung, die viele Beschichtungsbetriebe längst erreicht hat: der bevorstehende Verlust eines großen Teils des vorhandenen Erfahrungswissens. Vüllers machte deutlich, dass der demografische Wandel nicht nur ein abstrakter Trend ist, sondern sich bereits heute messbar auswirkt. Er verwies darauf, dass „bis 2035 rund 13 Millionen Babyboomer in Deutschland in Rente gehen“ und dass dieser Übergang in der industriellen Lackiertechnik besonders spürbar sei, weil viele Schlüsselpositionen von Mitarbeitenden besetzt werden, die seit Jahrzehnten in denselben Prozessen stehen und daher ein außerordentlich tiefes Prozessverständnis besitzen.

Dass dieses Wissen ohne geeignete Maßnahmen tatsächlich verlorengehen kann, formulierte er im Vortrag sehr klar. Im Diskussionskontext sagte er: „In den Betrieben sehe ich immer wieder denselben Fall: Der langjährige Meister geht in zwei oder drei Jahren in Rente – und wenn niemand vorbereitet ist, nimmt er sein Wissen einfach von heute auf morgen mit.

Vüllers sieht darin kein punktuelles Phänomen, sondern eine strukturelle Herausforderung. In vielen Unternehmen gibt es noch nicht einmal eine Strategie, wie ein solcher Wissenstransfer umgesetzt werden kann. Aus diesem Grund plädierte Vüllers für frühzeitige und systematische Wissenssicherung. Er betonte, dass ein Wissenstransferprozess Zeit benötigt und sich nur dann sinnvoll durchführen lässt, wenn er nicht erst in den letzten Monaten vor dem Ausscheiden beginne. Außerdem machte Vüllers deutlich, dass hierbei auch persönliche Aspekte eine zentrale Rolle spielen können - zum Beispiel ob sich ein Mitarbeiter während seiner Tätigkeit hinreichend geschätzt gefühlt hat, sodass es ihm wichtig ist, sein Wissen im Unternehmen zu halten oder ob er es viel eher als eine Art gerechten Ausgleich empfindet, sein Wissen einfach mitzunehmen. Der Gesamttenor seines Beitrags lässt sich in einem Satz zusammenfassen, den Vüllers im Vortrag und erneut im Publikumsgespräch hervorhob: „Wissen verschwindet nicht langsam – es bricht weg.“

Vüllers verband dieses Thema konsequent mit der Frage, wie KI und digitale Werkzeuge in Zukunft eingesetzt werden können. Er betonte, dass KI zwar helfen könne, Informationen schneller zu finden oder zu ordnen, dass aber „die sinnvolle Nutzung von KI immer auch NI braucht“ – die natürliche Intelligenz der Menschen, die Prozesse verstehen, interpretieren und verantworten müssen.

Diskussionsergebnisse und Resonanz

auch die Expertenrunden, am ersten Tag zu den Themen Automation und Zukunftskompetenz, am zweiten Tag zum Thema Nachhaltigkeit sorgten für eine intensive Diskussion. Insbesondere gab‘s die Möglichkeit über eine App für die Zuschauer, Fragen an die Experten zu senden, die dann beantwortet werden konnten. Die Diskussionen zeigten sich weniger kontrovers als strukturierend: Die Teilnehmer versuchten, die unterschiedlichen technischen, organisatorischen und personellen Herausforderungen in einen gemeinsamen Zusammenhang zu stellen.

Mehrere zentrale Beiträge machten deutlich, dass sich alle größeren Fragestellungen der Branche – von der Integration digitaler Werkzeuge über Energie- und Prozesseffizienz bis zur Fachkräftesicherung – nur im Zusammenspiel lösen lassen.

Besonders deutlich formulierte es Markus Vüllers, der an seine Ausführungen aus dem Vortrag anknüpfte und im Podium daran erinnerte, dass moderne digitale Werkzeuge nur dann Wirkung entfalten, wenn sie auf stabile, verstandene Prozesse treffen. Seine Aussage „die sinnvolle Nutzung von KI braucht natürliche Intelligenz“ wurde im Podium wieder aufgegriffen, weil sie präzise beschreibt, dass Digitalisierung in Beschichtungsbetrieben nicht als Ersatz für Erfahrungswissen verstanden werden darf. Vüllers warnte zudem vor einer Überschätzung von Technologielösungen und formulierte sehr klar: „Roboter lösen das Problem des Fachkräftemangels nicht“. Er betonte, dass Automatisierung zwar helfen könne, Personalengpässe abzufedern, aber nicht grundlegendes Prozesswissen ersetzen könne.

Die Frage nach der Rolle von Kommunikation und Führung im Transformationsprozess spielte ebenfalls eine wesentliche Rolle. Die Diskutanten griffen diesen Punkt auf und machten deutlich, dass Kommunikationsqualität und Prozessdisziplin oft einen größeren Einfluss auf die Lackierqualität haben als einzelne technische Investitionen.

Auch aus dem Publikum kamen pointierte Nachfragen. In einem Austausch über Datenhaltung und digitale Assistenzsysteme wurde etwa die Frage gestellt, wie Unternehmen mit den großen Datenmengen umgehen, die KI-Systeme erfassen - die Antworten fielen wenig konkret aus, zeigten aber dass die Datensicherheit bei der Nutzung von KI ohne Zweifel ein Thema ist, an dem noch gearbeitet werden muss, insbesondere wenn keine lokalen, von den großen Sprachmodellen isolierte KI-Instanzen zum Einsatz kommen, die man vollständig unter Kontrolle hat. Insgesamt lieferte die Diskussion eine Verdichtung der Themen, die während der gesamten Veranstaltung sichtbar geworden waren: Digitalisierung funktioniert nicht ohne Prozesswissen; Energieeffizienz entfaltet ihren Nutzen nur, wenn Abläufe beherrscht werden; Qualitätssicherung braucht verlässliche Lieferketten; und Fachkräftemangel kann nur bewältigt werden, wenn Wissen aktiv gesichert wird.

Die Diskussion zeigte damit, dass die Herausforderungen der Branche nicht isoliert betrachtet werden können. Gerade weil die Beiträge nicht in Widerspruch zueinander standen, sondern sich ergänzten, entstand am Ende der Veranstaltung ein sehr klarer Eindruck davon, wie die Branche sich in den kommenden Jahren positionieren muss. Die Podiumsdiskussionen wirkten daher wie eine Zusammenfassung der Kernbotschaften des Forums.

Die Veranstalter berichteten im Nachgang von durchweg positivem Feedback. Viele Teilnehmer lobten die fachliche Tiefe der Vorträge, den hohen Praxisbezug und den strukturierten Ablauf. Auch die Wahl des Veranstaltungsorts wurde positiv hervorgehoben.

Fazit und Ausblick

Das Systemlack Forum 2025 bot einen umfassenden Überblick über die aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze in der industriellen Lackiertechnik. Die Veranstaltung zeigte, dass technologische Weiterentwicklungen heute untrennbar mit Energiefragen, Regulatorik, Qualitätssicherung und Personalentwicklung verbunden sind. Die fachlichen Beiträge machten deutlich, dass Fortschritte nur im Zusammenspiel dieser Bereiche erzielt werden können. Das Forum erwies sich damit als sachlich fundierte Plattform für Austausch und Orientierung und bot zahlreiche Impulse für die Weiterentwicklung von Prozessen, Anlagen und Organisationsstrukturen in der Branche. Und obwohl es von einem Lackhersteller organisiert und durchgeführt wurde, hatte es überhaupt nicht den Charakter einer Marketing-Veranstaltung, im Gegenteil, die Themen waren ausgesprochen sachbezogen, erfahrungsgetragen und dazu auch noch gut vorgetragen.