SFT 2026: Treffpunkt in spannenden Zeiten

In Stuttgart werden Lösungen für Effizienz, Regulierung und Fachkräftemangel vorgestellt
Wenn die SurfaceTechnology Germany Anfang Mai in Stuttgart öffnet, trifft eine stark geforderte Branche auf ein anspruchsvolles Marktumfeld. Im Mittelpunkt stehen Verfahren und Anlagen, die Ressourcen schonen, Prozesse absichern und den Produktionsalltag robuster machen sollen.
Die Oberflächentechnik geht mit unverändert schwierigen Rahmenbedingungen in das Messejahr 2026. Hohe Energiekosten, strenge regulatorische Anforderungen, Fachkräftemangel, eine vielerorts verhaltene Auftragslage und geopolitische Unsicherheiten setzen Unternehmen der Branche weiter unter Druck und erschweren vielerorts verlässliche Planungen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an ressourcenschonende Prozesse, belastbare Qualität und wirtschaftliche Fertigung. Gefragt sind damit Lösungen, die technische Anforderungen, regulatorische Vorgaben und Kostendruck gleichermaßen berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund will die SurfaceTechnology Germany vom 5. bis 7. Mai 2026 in Stuttgart erneut als Plattform für Austausch, Orientierung und technische Lösungen dienen.
Mehr als 200 Aussteller aus 20 Nationen
Als Querschnittstechnologie ist die Oberflächentechnik für zahlreiche industrielle Kernbranchen relevant. Sie prägt die Leistungsfähigkeit von Bauteilen und Komponenten in Mobilität, Maschinenbau, Metallbe- und -verarbeitung, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik oder Elektronik. Wo Korrosionsschutz, Verschleißbeständigkeit, funktionelle Eigenschaften, definierte Schichtsysteme oder reproduzierbare Vorbehandlung gefordert sind, entscheidet sie wesentlich über Produktqualität, Lebensdauer und Prozesssicherheit. Entsprechend groß ist der Druck, Verfahren weiterzuentwickeln, ohne Wirtschaftlichkeit und regulatorische Konformität aus dem Blick zu verlieren.
In Stuttgart präsentieren nach vorläufigem Stand mehr als 200 Aussteller auf rund 6.200 m² ihre Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entlang der Prozesskette. 36 Prozent der ausstellenden Unternehmen kommen aus dem Ausland und damit mehr als bei der Vorveranstaltung. Vertreten sind Anbieter aus 20 Nationen, angeführt von Italien, gefolgt von der Schweiz und der Türkei, danach China. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Messe trotz des schwierigen Marktumfelds ihre internationale Reichweite behauptet. Eine Besucherprognose gibt der Veranstalter derzeit nicht ab.
Breites Themenspektrum
der Oberflächentechnik
Inhaltlich bildet die Veranstaltung die Breite der Branche ab. Das Spektrum reicht von Galvanotechnik, Oberflächenbehandlung und Beschichtungsmaterialien über industrielle Plasma- und Laseroberflächentechnik, thermisches Spritzen und Strahltechnik bis hin zu Analyse-, Mess- und Prüftechnik, Vorbehandlung, Reinigung, Umwelt- und Versorgungstechnik sowie Nano- und Mikrotechnologie. Damit zeigt die Messe nicht nur technologische Vielfalt, sondern auch die zunehmende Verzahnung von Material, Prozess, Anlagentechnik und Qualitätssicherung.
Ein zentrales Thema bleibt die Frage, wie sich technische Leistung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit stärker zusammenführen lassen. Unternehmen arbeiten an Beschichtungssystemen und Prozessführungen, die Ressourcen schonen, Emissionen verringern und zugleich stabile Ergebnisse im industriellen Alltag liefern. Dazu gehören schadstoffärmere Ansätze ebenso wie Konzepte für höhere Energie- und Materialeffizienz, belastbare Reinigung und Vorbehandlung oder der gezieltere Einsatz digitaler Werkzeuge in der Produktion. Gerade in einem Umfeld steigender Anforderungen an REACH-Konformität, Nachhaltigkeit und Dokumentation gewinnen solche Lösungen weiter an Gewicht.
Modernisierung im laufenden Betrieb
Hinzu kommt, dass viele Betriebe parallel in die Modernisierung bestehender Anlagen investieren müssen. Automatisierung, Digitalisierung und datenbasierte Prozessunterstützung gelten als Hebel, um Qualität abzusichern, Personal zu entlasten und Prozesse robuster aufzustellen. Gleichzeitig binden solche Vorhaben erhebliche Mittel. Auf der SurfaceTechnology Germany dürfte deshalb nicht nur über Zukunftstechnologien gesprochen werden, sondern vor allem über ihre praktische Einbindung in bestehende Fertigungsumgebungen. Für viele Anwender stellt sich weniger die Frage, ob modernisiert werden muss, sondern in welchen Schritten dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll gelingt.
STG.ExpertForum mit Praxis und Zukunftsthemen
Wichtige Impulse dafür soll das STG.ExpertForum liefern. Das zweisprachig angelegte Format verbindet Fachvorträge, Praxisbeispiele und Diskussionen zu zentralen Zukunftsthemen der Branche. Das Programm macht deutlich, wie breit die Aufgaben inzwischen gefasst sind. Am ersten Messetag stehen unter anderem Reinigung und Vorbehandlung, die Verleihung des Preises „DIE OBERFLÄCHE 2026“, neue galvanische Verfahren sowie die Qualifizierung von Mitarbeitenden vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels auf der Agenda.
PFAS, KI und Energietechnik
Am zweiten Messetag rücken regulatorische und technologische Zukunftsfragen noch stärker in den Vordergrund. Geplant sind Beiträge zur Vermeidung von PFAS in der Oberflächentechnik, zur KI-Unterstützung in der Oberflächentechnik, zu Produktpräsentationen sowie zu Oberflächen für die Energietechnik mit Blick auf neue Batterietypen und Wasserstofftechnologien. Ergänzt wird das Programm durch das Thema Energie- und Materialeffizienz einschließlich Carbon Footprint. Damit greift das Forum sowohl kurzfristige betriebliche Aufgaben als auch strategische Fragen zur künftigen Ausrichtung der Branche auf.
Digitalisierung und Verfahren in der Praxis
Der dritte Messetag richtet den Blick stärker auf die Umsetzung in der Praxis. Auf dem Programm stehen Themen wie Digitalisierung in der Oberflächentechnik, Systeme, Anlagen und Prozesse für die Oberflächenbehandlung sowie physikalische Oberflächenbehandlungsverfahren wie thermisches Spritzen, PVD/CVD und verwandte Technologien. Gerade diese Verbindung aus regulatorischem Kontext, Fachwissen und anwendungsnaher Verfahrenstechnik macht den Nutzwert des Forums für Fachbesucher aus. Es geht nicht allein um Trends, sondern um belastbare Orientierung für Investitions-, Technologie- und Personalentscheidungen.
So steht die SurfaceTechnology Germany 2026 in einem Spannungsfeld, das die Branche derzeit insgesamt prägt: zwischen regulatorischem Anpassungsdruck und technologischer Erneuerung, zwischen Kostendisziplin und Investitionsbedarf, zwischen Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen an Prozesskompetenz. Genau deshalb dürfte Stuttgart Anfang Mai mehr sein als eine Produktschau. Die Messe wird zur Bestandsaufnahme einer Industrie, die unter hohem Druck steht und gerade darin nach tragfähigen Lösungen für mehr Effizienz, Konformität und Zukunftssicherheit sucht.






















