Paintexpo: Trends für die Lackierung von Holz und Holzwerkstoffen

Bei der Lackierung von Holz und Holzwerkstoffen sind einerseits steigende Ansprüche an die Oberflächenqualität zu erfüllen. Andererseits erfordern der zunehmende Kostendruck, kleinere Losgrößen, die fortschreitende Individualisierung sowie strengere Umwelt- und Klimaschutzziele angepasste Prozesse. Entsprechende Lösungen stehen im Fokus der PaintExpo 2020.

Gestalterische Aspekte stehen bei der Lackauswahl im Mittelpunkt - bei Holz wie auch bei Metall, Glas oder Kunststoff (Bild: Heraeus Noblelight)

Möbel, Ladeneinrichtung, Bodenbeläge, Türen, Fenster, Kinderspielzeug und Musikinstrumente – Lacke eröffnen eine nahezu grenzenlose Vielfalt der Oberflächengestaltung. Beeinflussen lassen sich mit der Beschichtung auch die Haptik sowie die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische, chemische und physikalische Belastungen sowie spezielle funktionale Eigenschaften. Auch wenn die Anforderungen an die lackierten Oberflächen anwendungsspezifisch variieren, der Trend zu höherer Qualität und Individualität ist in allen Bereichen zu verzeichnen. Gleichzeitig machen der zunehmende Kostendruck sowie die Forderung nach einer umweltgerechteren Produktion Lackierprozesse erforderlich, die effizienter, flexibler und ressourcenschonender sind. Die Aussteller der kommenden Paintexpo (21. bis 24. April auf dem Messegelände Karlsruhe)  präsentieren dafür zahlreiche Möglichkeiten – sowohl für die manuelle und automatisierte Lackierung mit Lösemittel- und Wasserlacken als auch für die Pulverbeschichtung von MDF-Platten und Massivholz.

Natürlich stehen bei den neuen Lacksystemen für die Nass- und Pulverbeschichtung gestalterische Aspekte im Vordergrund. Und das unabhängig davon, ob es um farblos lackierte Hölzer in Kombination mit in verschiedenen Farbtönen beschichteten Flächen geht oder auch Metall, Glas und Kunststoff miteinander verarbeitet werden. Bei der Kombination unterschiedlicher Materialien können die Lösungen von Systemanbietern Vorteile bieten. Ein weiteres Augenmerk liegt auf effizienten Arbeitsprozessen sowie kurzen Trocknungs- beziehungsweise Aushärtezeiten der beschichteten Werkstücke. Dies sorgt für eine schnellere Weiterverarbeitbarkeit und beschleunigt so die Produktion.

Einsparpotenziale im Lackierprozess lassen sich auch durch eine optimal ausgelegte, moderne Applikationstechnik ausschöpfen. So gilt es beispielsweise mögliche Verlustquellen wie Zerstäuber-Overspray zu minimieren. Ein Ansatz ist hier die Erhöhung des Auftragswirkungsgrades durch eine an die Werkstückgeometrie angepasste Spritzstrahlausbildung sowie elektrostatisch unterstützte Lackierpistolen. Durch eine richtig angepasste Ausrüstung für die Lackversorgung lassen sich Beschichtungsfehler vermeiden, Prozesse vereinfachen und optimieren sowie Produktionskosten senken. So bietet die Industrie beispielsweise für den bei der Beschichtung von Holz-, und Kunststoffsubstraten wachsenden Anteil an 2K-Lacken mechanische und elektronische Mischanlagen. Sie sorgen für eine exakte Dosierung der Komponenten und homogene Durchmischung des Lacks. Darüber hinaus wird immer nur so viel Material gemischt, wie benötigt wird. Nach dem Lackieren beziehungsweise bei einem Farbwechsel sind nur die mit gemischtem Material beaufschlagten Anlagenteile zu spülen. Daraus resultieren ein deutlich geringer Lackverlust und Spülmittelverbrauch.

Voraussetzung für einen ressourceneffizienten und nachhaltigen Beschichtungsprozess in hoher Qualität ist die Auswahl des richtigen Verfahrens: Ob das eine Nasslackierung, Pulverbeschichtung, UV-Lackierung oder auch eine Kombination ist, hängt unter anderem vom Lackiergut, der geforderten Qualität und Flexibilität ab. Dabei lohnt es sich, auch Jahre oder vielleicht sogar Jahrzehnte lang eingesetzte Verfahren auf den Prüfstand zu stellen und mit Alternativen zu vergleichen.

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