Galvanik: Forscher wollen Fachkräftemangel in Thailand lindern

Thailands Galvanikbranche findet nicht genug qualifizierte Mitarbeiter. Das Projekt »Schoolplate« soll den Fachkräftemangel lindern.

Auftakttreffen im Januar 2020 und gemeinsame Unterzeichnung des Kooperationsvertrags (Bild: Fraunhofer IPA)

Unternehmen der Galvanikbranche sind oft unverzichtbarer Bestandteil internationaler Lieferketten. Das Fraunhofer IPA und das Metallurgy and Materials Science Research Institute (MMRI) an der Chulalongkorn Universität Bangkok treiben Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Galvanotechnik gemeinsam voran. Dazu führten die beteiligten Wissenschaftler zusammen mit dem neu gegründeten Industrieverband »Thailand Electroplating Professional Network« (TEPNET) eine Befragung und verschiedene Workshops durch, um den Problemen der Branche auf den Zahn zu fühlen. Dabei wurde auch die berufliche (Aus-)Bildung diskutiert. Die thailändische Seite berichtete von fehlenden Fachkenntnissen ihrer Belegschaft und von zu wenigen und zu schlecht ausgestatteten Ausbildungseinrichtungen.

In Thailand sind Berufsschulen, die sogenannten Technical und Vocational Colleges, zwar fester Bestandteil des Bildungssystems. Abschlüsse sind über einen rein schulischen Weg, eine duale Ausbildung und mittels verschiedener Kurzprogramme möglich. Um den Fachkräftemangel zu lindern, haben die Wissenschaftler am Fraunhofer IPA das Projekt »Berufliche Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Galvanotechnik in Thailand« (Schoolplate) ins Leben gerufen. Unter Federführung der Stuttgarter Forschungseinrichtung arbeitet das Team, das auch aus Kollegen vom MMRI und vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn besteht, an einem zukunftsfähigen Konzept. Das Projekt ist in mehrere Phasen unterteilt. In der laufenden Sondierungsphase soll bis zum Jahresende zunächst ermittelt werden, wie viele Unternehmen in welchen Regionen wie viele Mitarbeiter benötigen und welchen Wissenstand sie im Idealfall mitbringen oder aufholen müssen, wenn sie bei einem einschlägigen Unternehmen anfangen. In einer angestrebten zweiten Projektphase wollen die Forscher anschließend konkrete Möglichkeiten für eine Ausbildungsgestaltung erarbeiten und erproben.

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