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Süßer die Glocken nie klingen

Nach einer längeren Zeit des Schweigens läutet sie wieder: die Petersglocke des Kölner Doms, der sogenannte „Dicke Pitter“. Dabei vereint sich die traditionsgebundene Glockentechnik nun mit einer modernen Konstruktion. Darüber hinaus schützt eine hochwertige Beschichtung die fast 100-jährige Glocke vor Korrosion.

Pünktlich zur Adventszeit konnte die Petersglocke des Kölner Doms wieder läuten. (Bild: Dörken MKS)

Mittels Spray-Applikation wurde die ultradünne Korrosionsschutzschicht vor Ort aufgetragen. (Bild: Dörken MKS)

Im Sommer 2016 ergab eine Untersuchung des Europäischen Kompetenzzentrums für Glocken ECCProBell, dass ein ungleichmäßiger Anschlag des Klöppels – bedingt durch das nicht zentrierte Loch in der Glockenhaube – dazu führte, dass die Petersglocke vom Kölner Dom nicht wie gewohnt klang. In diesem Zusammenhang stellte man auch fest, dass eine neue Aufhängung des Glockenklöppels nicht nur zu einer Klangverbesserung führen könnte, sondern auch zu einem nachhaltigen Schutz der Petersglocke.

In der Folge entwickelte die Dombauhütte gemeinsam mit der Technischen Hochschule Köln eine neue Aufhängung, die von der Firma Dirostahl umgesetzt wurde. Das Besondere an der neuen Aufhängung ist, dass sie aus nur einem einzigen Schmiedestück gefräst ist und sich über zwei Doppelexzenter millimetergenau horizontal verschieben lässt. Außerdem ist sie mit einer Heico-Tec Spannmutter befestigt, die eine definierte Vorspannkraft in der Hängestange, die den Klöppel trägt und die Glocke sichert, garantiert.

Effizienter Korrosionsschutz

Um dieses tragende Element sicher gegen Korrosion zu schützen, wurden die Experten der Dörken MKS-​Systeme GmbH & Co. KG beauftragt. Gemeinsam mit ihrem Inhouse- und Lohnbeschichter Lisi Automotive Beteo Oberflächentechnik GmbH & Co. KG kümmerten sich die Spezialisten um die Beschichtung der Aufhängung.

Verwendet wurde dabei die neu entwickelte Zinklamellenbeschichtung Delta-Protekt KL 170 RT, die dank der Opferwirkung des enthaltenen Zinks für einen kathodischen Korrosionsschutz sorgt. Besonderer Vorteil des neuen Produktes: Die nur 4 bis 20 μm dünne Schutzschicht trocknet bei Raumtemperatur, sodass der Einsatz eines Einbrennofens überflüssig wird. Folglich konnte die Schutzschicht vor Ort, im Glockenstuhl des Kölner Doms, mittels Spray-Applikation auf das 780 Kilogramm schwere Bauteil aufgetragen werden. So wird auch die Spannmutter sicher vor Korrosion geschützt.

Nachdem die Aufhängung sowie der knapp 600 Kilogramm schwere Klöppel wieder montiert worden waren, durfte die fast 100-jährige Glocke an Allerheiligen wieder läuten – und das mit einer effizienten Korrosionsschutzlösung von Dörken MKS.