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Schwarze Yacht dank funktioneller Pigmente

Lacktechnologie auf Basis von Paliogen und Sicopal Pigmenten sorgen für die Reflexion von Wärmeeinstrahlung und ermöglichen damit das erste gänzlich schwarze Segelboot der Welt.

 

Bild: Mark LLoyd

 Ob die neue Rennyacht des Modeunternehmens Hugo Boss das schnellste Segelboot der Welt ist, muss sich noch zeigen. Dass sich aber Skipper und Segelfans weltweit nach dem hochmodernen Einmaster umsehen werden, das steht bereits jetzt fest: Die von der Premium-Automobilmarke Mercedes-Benz gesponserte Imoca 60 Rennyacht Hugo Boss von Alex Thomson Racing ist das erste gänzlich schwarze Segelboot der Welt. Möglich wurde dies durch die Beschichtung des Decks mit einem von BASF entwickelten Lack, der auf funktionellen Pigmenten des Unternehmens basiert. Dass eine Yacht mit schwarzen Segeln ausgestattet ist oder einen schwarz lackierten Rumpf hat, ist nicht neu. Ein komplett schwarzer Deckaufbau ist jedoch ein Novum, denn bei starker Sonneneinstrahlung heizen sich dunkle Oberflächen enorm auf. Auch in den Innenräumen unterhalb des Decks kann es dann unangenehm heiß werden. Zudem könnten die Verbundwerkstoffmaterialien des Aufbaus der anhaltenden Temperaturbelastung nicht standhalten. Die funktionellen Pigmente sorgen dafür, dass auch mit dunklen Lacken beschichtete Flächen an heißen Tagen deutlich kühler bleiben können, indem Wärmeeinstrahlung reflektiert statt absorbiert wird. Verwendet wurden spezielle Pigmente der Marke Paliogen, die für Nahes Infrarotlicht (NIR) transparent sind, sowie funktionelle NIR-reflektierende Pigmente der Reihe Sicopal.

Die Pigmente sind eine innovative Lösung für solares Wärmemanagement: Durch ihren Einsatz wird ein großer Teil der einstrahlenden Sonnenenergie auf dem dunklen Deckaufbau reflektiert. Die Strahlung gelangt durch den Basislack hindurch. Der darunter befindliche Füller reflektiert das Sonnenlicht, sodass die Temperaturen auf der Lackoberfläche sowie im Innenraum des Bootes deutlich niedriger sind als beim Einsatz herkömmlicher Schwarz- Pigmente.

Der Lack ist nicht nur für Yachten und Schiffe geeignet, sondern auch für die Pkw-Branche sehr interessant. „Aus diesem Grund haben wir von Mercedes-Benz uns von Anfang an in den Entwicklungsprozess bei der BASF integriert und den Lack umfassend an unseren Fahrzeugen getestet. Wir können uns gut vorstellen, diesen in den nächsten Jahren in verschiedenen Modellen einzusetzen und prüfen eine Verwendung in der Serienproduktion“, so Martin Bremer, Leiter Color and Trim Mercedes-Benz Design. Infolge des spürbar geringeren Aufheizens des Fahrzeuginnenraums sinkt der Bedarf an Kühlung durch die Klimaanlage. Dies trägt, insbesondere in Ländern mit hohen Durchschnittstemperaturen, deutlich zur Verringerung des Verbrauchs bei und senkt die CO2-Emissionen des Fahrzeugs.