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Ramp Up im BMW-Werk München

Neue Lackiererei mit IPP Prozess, Trägheitsabscheider aus Karton und automatische Qualitätskontrolle.

Bild: BMW AG

Die BMW Group München fährt aktuell eine neue Lackierlinie hoch, die im besonderen Maße Produktivität mit Nachhaltigkeit verbindet. Die neue Lackiererei des BMW Group Werkes München nutzt im Zuge der Digitalisierung verstärkt die Vorteile intelligent vernetzbarer Systeme. Diese erhöhen die Flexibilität in den Prozessabläufen, lassen sich problemlos an variable Losgrößen anpassen und ermöglichen eine vorausschauende, automatisierte Instandhaltung und Qualitätssicherung. Das kommt dem Erscheinungsbild der lackierten Karosserien zu Gute, denn erstmalig setzt die BMW Group eine vollautomatisierte Qualitätskontrolle in einer ihrer Lackierereien ein. Roboter scannen dabei die komplette äußere Fahrzeugoberfläche. Das System ist in der Lage, selbst Fehler zu erkennen, die das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann.

Die so gewonnenen Daten liefern außerdem wertvolle Rückschlüsse auf die Präzision vorgelagerter Lackierprozesse. Diese können laufend optimiert, Fehlerpotenziale rechtzeitig erkannt und Nacharbeit vermieden werden. Das System ist ein gutes Beispiel für angewandte Digitalisierung im BMW Produktionssystem (Big Data Analysen).

Abgesehen von dieser Neuerung im Bereich der Qualitätssicherung setzt BMW auch auf die erprobte und bewährte IPP- echnologie (Integrated Paint Process). Im Gegensatz zu konventionellen Lackierverfahren entfallen das Auftragen und Trocknen der Füllerschicht. Stattdessen werden zwei Basis-Lackschichten „nass-in- nass“ aufgetragen.

Außerdem entlasten die neuen Prozesse die Umwelt. Der Erdgasverbrauch und die CO2- Emissionen sinken um rund die Hälfte, der Stromverbrauch um mehr als ein Viertel (27 Prozent). Einen weiteren Beitrag im Sinne von Clean Production liefert die innovative Trockenabscheidung, welche ohne Wasser, Chemie und andere Zusatzstoffe auskommt. Zusätzlich reduziert sich die emittierte Abluft durch den Einsatz innovativer Umluft- Technologien um zwei Drittel.

Auch die Bewohner der umliegenden Wohngegenden profitieren von der innovativen Gesamtkonstruktion. Milan Nedeljkovic, Leiter des BMW Group Werkes München: „Die Lackierstraßen werden somit noch umweltfreundlicher. Ein Aspekt, dem aufgrund der Lage unseres Werkes inmitten Münchens eine besondere Bedeutung zukommt.“

Der Produktionsvorstand der BMW Group, Oliver Zipse, und die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner gaben gemeinsam mit dem Leiter des Werkes München, Milan Nedeljkovic, sowie Manfred Schoch, dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden der BMW AG, den Startschuss für die Serienproduktion. Künftig werden die rund 700 Mitarbeiter täglich bis zu 1.000 Karosserien der BMW 3er und 4er Baureihe lackieren.

Parallel zum Bau der Lackiererei plant und baut das Unternehmen Erweiterungen für Montage und Karosseriebau sowie ein neues Hochregallager.