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BvL Praxisseminar: Zukunftsorientierte Reinigungstechnik

Das diesjährige Praxisseminar Anfang Juni bei der BvL Oberflächentechnik GmbH in Emsbüren erfuhr wie in den letzten Jahren großes Interesse und war mit 30 Teilnehmern zum wiederholten Male ausgebucht. Die eingeladenen Fachreferenten behandelten in diversen Fachvorträgen ein umfassendes Spektrum an Reinigungsthemen.

Dr.-Ing. Markus Rochowicz vom Fraunhofer-Institut auf dem BvL-Praxisseminar (Bild: BvL)

Neben Dr.-Ing. Markus Rochowicz, der unter anderem die aktuellen Trends in der Bauteilreinigung beleuchtete, stellte Michael Appel von der Liebherr GmbH moderne Automationskonzepte dar. Ergänzend stellte Sarah Kamphoven von der Siemens AG die Möglichkeiten des standardisierten Datenaustausches im Zusammenhang mit intelligenter Reinigungsüberwachung dar. Darüber hinaus konnten die Teilnehmer in kleineren Fokusgruppen mit den BvL-Reinigungsspezialisten individuelle Fragen intensiv erörtern. Schließlich wurden in der Produktionshalle diverse Reinigungsanlagen vorgeführt und Probereinigungen durchgeführt.

Eines der Kernthemen während der Veranstaltung war die Notwendigkeit der gründlichen Planung des Reinigungsprozesses. Das Reinigungsergebnis wird entscheidend beeinflusst von der Art und Menge der Verunreinigung sowie von der Geometrie und Oberfläche des Bauteiles. Sollten beispielsweise an einem Bauteil Partikelfallen vorhanden sein, müssen diese dringend aufgedeckt werden, damit Klemmspäne und Grate sicher entfernt werden können. Aus den verschiedenen Arten der Reinigungstechnik ist dann die Variante auszuwählen, die eine zuverlässige Sauberkeit gemäß den Reinheitsanforderungen ermöglicht und die unter diesen Gesichtspunkten kostengünstigste Lösung darstellt. Auch die Reinheitsanforderung kann je nach Bauteil unterschiedlichster Art sein. Sowohl hinsichtlich der zu entfernenden Partikel als auch filmisch-chemischer Rückstände spielen hierbei sowohl die technisch-funktionale Sauberkeit als auch die dekorative Sauberkeit eine Rolle. In der Automobilindustrie ist letztere hinsichtlich des Designs durchaus wichtig. Hinsichtlich des technisch-funktionalen Aspektes kann es sogar gefährlich werden, wenn beispielsweise ein Partikel im Hydraulik-System ein Ventil blockiert. Auch durch die E-Mobilität ergeben sich neue Themen hinsichtlich der technischen Sauberkeit. Im Produktionsprozess von Batterien ist die Partikelsauberkeit ein absolutes Muss, um gefährliche Batterie-Brände zu vermeiden. Wichtig zu beachten sind auch die Produktionsumgebung und die Einbindung des Reinigungsprozesses in den Produktionsablauf. Durch gut durchdachte Automationskonzepte und Kombination verschiedener Reinigungsverfahren kann u. a. eine Rekontamination während der Be- und Entladung vermieden werden.