Metallbranche: Zunahme an Insolvenzen und geringe Überschuldungsrate

Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion in Deutschland gingen im vergangenen Jahr häufiger insolvent und haben eine schlechtere Zahlungsmoral als der branchenübergreifende Bundesdurchschnitt. Die Überschuldungsrate ist dagegen - verglichen mit anderen Branchen - etwas geringer.

Branchencheck Metallindustrie (Bild: Creditsafe)

Die weltweite Wirtschaftsauskunftei Creditsafe hat mehr als 3,4 Millionen Unternehmen aus Deutschland untersucht, davon rund 39.000 aus der Metallverarbeitung und -produktion. Rund 520 Unternehmen aus der Branche mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Dies entspricht einer Insolvenzrate von rund 1,32 Prozent - mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 0,6 Prozent. Mecklenburg-Vorpommern ist dabei das Bundesland, in dem die Insolvenzrate mit 2,43 Prozent der Unternehmen aus der Metallverarbeitung und -produktion am höchsten war, die wenigsten Insolvenzen in der Branche verzeichnet das Bundesland Sachsen mit 0,67 Prozent. Der Anteil insolventer Firmen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich erhöht - 2017 meldeten in der Branche nur 0,85 Prozent der Betriebe eine Insolvenz an, im Vorjahr lag die Quote noch bei 1,04 Prozent.

Rund 10,35 Prozent aller Betriebe aus der Metallverarbeitung und -produktion sind überschuldet, weisen also ein negatives Eigenkapital aus. Die Überschuldungsquote liegt somit unter dem Bundesdurchschnitt von 14 Prozent. Am stärksten betroffen in der Metallindustrie sind Betriebe aus Berlin. Hier waren im letzten Jahr 14,71 Prozent aller Unternehmen der Branche überschuldet. Die wenigsten betroffenen Firmen gab es mit 5,67 Prozent dagegen in Thüringen. Ein negatives Eigenkapital ist einer der häufigsten Gründe für eine Insolvenz: Bei rund zwei Dritteln aller Insolvenzen wird eine Unternehmensüberschuldung als Ursache angegeben. Im Schnitt zahlten Unternehmen aller Branchen im vergangenen Jahr ihre Rechnungen etwa 5,1 Tage nach dem Zahlungsziel. In der Metallverarbeitung und -produktion ließen sich die Betriebe indes etwas mehr Zeit und beglichen ihre Forderungen durchschnittlich etwa eine Woche zu spät.