Deutsche Farbenindustrie enttäuscht über Geschäftsjahr 2018

Hinter der deutschen Farbenindustrie liegt ein enttäuschendes Geschäftsjahr. Der neue Präsident des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL), Peter Jansen, präsentierte auf der Pressekonferenz des Verbandes durchwachsene Zahlen für die rund 200 Mitgliedsunternehmen.

Präsentierten die aktuellen Wirtschaftszahlen: Präsident Peter Jansen (rechts) und Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Engelmann (Bild: VdL)

In der Bilanz für 2018 zeigt sich die große Bandbreite der überwiegend mittelständisch geprägten Branche: Bei den Industrielacken gab es 2018 einen teilweise starken Rückgang. Auffällig ist die negative Entwicklung bei den Autoserienlacken, die in der Menge stark ins Gewicht fallen. Die rückläufige Autoproduktion schlug unmittelbar mit einem Mengen-Minus von 8,7 Prozent auf die Lackproduzenten durch. Autoreparaturlacke sind im Verbrauch um 1 Prozent gewachsen, im Wert sogar um 3 Prozent. Der Korrosionsschutz kann sich mit 0,7 Prozent Wachstum ebenfalls knapp im positiven Bereich halten

Holz- und Möbellacke verzeichneten ein geringes Minus. Die übrigen industriellen Sektoren wie z.B. die Elektroindustrie, der Maschinenbau oder Metallerzeugnisse liefen hingegen noch recht gut. Bei den Bautenfarben sank die Nachfrage insgesamt um rund 1,5 Prozent auf 847.000 Tonnen, besonders die Menge verkaufter Lacke und Lasuren ging um 3,8 Prozent zurück. Negativ schlossen auch die Druckfarben ab. Ein überraschender Rückgang beim Verpackungsdruck verstärkte die Negativentwicklung beim Publikationsdruck und führt zu einem Gesamt-Minus im Verbrauch von 5,2 Prozent auf 257.000 Tonnen bei einem Umsatz von 684 Millionen Euro. Der Verband erwartet auch für 2019 kaum Verbesserungen und sieht auch in der immer stärker ins Wirtschaftsleben eingreifenden Bürokratie eine Ursache.