Frischer Geschmack trotz PET

PET hat als Material für Getränkeflaschen viele Vorteile – aber auch einen Nachteil: es hat nicht so einen hohen Diffusionswiderstand, wie Glas. Diesen Nachteil kann eine hauchdünne Glasschicht kompensieren.

Bild: KHS GmbH

PET Flaschen sind leicht, günstig herzustellen. Nachteilig an den Kunststoff-Flaschen ist, dass unbeschichtetes PET eine geringe Gasdichtigkeit aufweist. Außerdem entsteht bei der Herstellung der PET-Flaschen auch Acetaldehyd, das in geringen Mengen in den Inhalt übergehen kann und es geschmacklich verändern kann – sogar bei Mineralwässern. Auch bei der Herstellung oft verwendetes Antimon-(III)-oxid kann sich im Flüssigkeitsinhalt einer PET-Flasche lösen.

Deshalb ist für empfindliche Getränke beziehungsweise Lebensmittel wie Fruchtsäfte, Bier, Wein oder Ketchup eine Diffusionsbarriere notwendig. Hierfür hat hauchdünn aufgedampftes Siliziumdioxid – also chemisch reines Glas – sehr gute Eigenschaften.

Die KHS Gruppe ist einer der führenden Hersteller von Abfüllund Verpackungsanlagen für die Getränke-, Food- und Nonfood- Industrie und bietet mit dem sogenannten Tri-Block, bestehend aus einer Streckblas-, Beschichtungsanlage und Füller-/ Verschließerkombination Anlagentechnik an, die mit einem patentierten Plasma-Impulse- Chemical-Vapour-Deposition- Verfahren (PICVD) die PET Flaschen mit einer solchen Glasschicht versieht. Diese verbindet sich unzerbrechlich mit dem PET und erlaubt trotzdem ein vollständiges Recycling des PET.

Auch lässt sich durch die höhere Diffusionsstabilität die Dicke der PET-Wandung reduzieren, wodurch bis zu 30 Prozent Materialeinsparungen möglich sind.

Gerade bei kleineren Flaschen ist die Gasdurchlässigkeit des PET von Nachteil, da sie prinzipiell ein ungünstiges Oberflächen- Volumen-Verhältnis aufweisen. Deshalb hat KHS für kleinere Flaschenformate bis zu 350 Milliliter eine optimierte Maschine (KHS InnoPET Plasmax 20QS) entwickelt, die durch eine volumenreduzierte Beschichtungskammer rund 20 Prozent schneller arbeiten kann.

Inzwischen konnte KHS sogar schon mehrere große Aufträge in Indien realisiseren. Ein Grund war die so erreichbare längere Haltbarkeit der Getränke und damit auch eine größere Distributionsreichweite, denn durch eine zentrale Produktion lassen sich Lager- und Logistikkosten sparen. Gerade in großflächigen Wachstumsmärkten wie Indien ist dies für Getränkehersteller ein enormer Vorteil. Auch nach Südostasien verkaufte KHS im letzten Jahr eine Hochleistungs- PET-Hotfill-Linie. Des Weiteren kamen im gleichen Zeitraum Aufträge für vier komplette Glaslinien in Mittelamerika dazu.

Um auf die konservierungsstofffreie Herstellung der Getränke dank der Glasinnenbeschichtung hinzuweisen, hat KHS Plasmax das FreshSafe- PET-Logo entwickelt. Dieses soll beim Kauf durch den Endkunden auf die besondere Qualität der Flasche hinweisen.