Schlötter erhält Innovationspreis für Zink-Nickel-Verfahren

Auf dem Bild (v.l.n.r.): Dr. Michael Zöllinger (Forschungsleiter Schlötter), Dr. Stefanie Geldbach (Geschäftsführerin Schlötter), Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Wirtschaftsministerin Baden-Württemberg) sowie Wolfgang Reimer (Regierungspräsident des Regierungsbezirks Stuttgart). (Bild: Schlötter)

Die Dr.-Ing. Max Schlötter GmbH & Co. KG aus Geislingen zählt zu den diesjährigen Preisträgern des Innovationspreises des Landes Baden-Württemberg. Bei der feierlichen Preisverleihung am 28. November in Stuttgart überreichte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut dem Unternehmen eine Urkunde sowie einen Scheck über das Preisgeld. Mit dem Innovationspreis, der nach dem früheren Wirtschaftsminister Dr. Rudolf Eberle benannt ist, werden seit 1985 mittelständische Unternehmen für herausragende Entwicklungen und Anwendungen neuer Technologien prämiert.

Schlötter hatte sich mit den alkalischen Zink-Nickel-Verfahren Slotoloy ZN „Generation VX“ erstmals um den Preis beworben und war auf Anhieb erfolgreich: Mit seinem Verfahren zur ressourcenschonenden Zink-Nickel-Abscheidung konnte sich das Unternehmen gegenüber 94 anderen Bewerbern durchsetzen.

Ressourcenschonende Zink-Nickel-Abscheidung

Herkömmliche alkalische Zink-Nickel-Elektrolyte werden mit unlöslichen oder glanzvernickelten Stahlanoden betrieben. Bei den Verfahren der Generation VX wird stattdessen eine neu entwickelte, manganhaltige Anode eingesetzt, die im Februar 2017 auch zum Patent angemeldet worden ist. Durch diese neuen MnO-Anoden lässt sich eine unerwünschte Nebenreaktion der Zink-Nickel-Abscheidung, die Entstehung von Cyaniden an der Anode, weitgehend vermeiden. Die VX-Technologie ist sowohl als Gestellbad (Zink-Nickel-Legierungsbad Slotoloy ZN 80 VX) als auch als Trommelbad (Zink-Nickel-Legierungsbad Slotoloy ZN 201 VX) verfügbar. Anwendern bieten sich dadurch mehrere Vorteile:

  • Der Chemieverbrauch ist insgesamt geringer, da deutlich weniger Organik abgebaut wird und aufgrund des niedrigeren Cyanidgehalts mit einer niedrigeren Nickelkonzentration gearbeitet werden kann. Beim Betrieb des Elektrolyten werden insgesamt weniger Rohstoffe benötigt, was sich günstig auf die Verbrauchskosten auswirkt. Aufgrund der niedrigeren Badspannung und weniger Kühlaufwand kann der elektrische Energieaufwand um bis zu 30 Prozent reduziert werden.
  • Bei der Beschichtung von Trommelware soll die Stromausbeute um 5 bis 10 Prozent, bei der Beschichtung von Gestellware um circa 5 bis 7 Prozent steigen. Durch die höhere Stromausbeute wird gleichzeitig die Abscheidegeschwindigkeit um circa 5 bis 20 Prozent erhöht – somit kann der Ausstoß von Galvanoanlagen um bis zu 30 Prozent gesteigert werden.
  • Die Einsparungen führen nicht nur zu einer höheren Produktivität, sondern zu einer deutlichen Reduzierung von Cyanid und Abwassermenge pro gefertigtem Bauteil und einer Reduktion des Energie- und Abwasserverbrauchs bei der Abwasserbehandlung.

Für einen Umstieg auf die neue Technologie müssen lediglich die Anoden ausgetauscht und ein neuer Glanzbildner eingesetzt werden, was seitens der Anwender nur geringe Investitionen erfordert.